Verband fordert und fördert junge Bläser

Wenn der Alemannische Musikverband (AMV) Nachwuchsmusikern für bestandene Leistungen Abzeichen übergibt, kommen nur die großen Hallen im Landkreis Lörrach in Frage. Die neue Stadthalle Zell im Wiesental war am Nachmittag des 27. Oktober 2019 geräumig genug für mehr als 100 Absolventen, deren Eltern, Geschwister, Freunde, Bekannte und Vereinsvertreter. Das AMV-Jugendblasorchester Südbaden Winds legte mit dem musikalischen Rahmen eine eindrucksvolle Visitenkarte auf die Bühne.

Das Prüfungskonzept, mit dem der Musikverband den Blasmusiknachwuchs fördert und fordert, gliedert sich in vier Stufen: das Abzeichen Junior in den Vereinen, jene in Bronze und Silber im AMV auf Kreisebene und das in Gold auf Ebene des vornehmlichen badischen BDB. In diesem Jahr haben im Frühjahr und Herbst 77 Jungmusikerinnen und -musiker aus 31 Vereinen die Bronze-Prüfung erfolgreich absolviert, im wegen der späteren Schulferien verkürzten und damit anstrengenderen Kurs in der BDB-Musikakademie Staufen weitere 29 aus 13 Vereinen sowie drei weitere im Herbst 2018 im Frühjahr 2019 das Gold-Abzeichen: der Schlagzeuger Christian Geugelin (Musikverein Efringen-Kirchen), die Flötistin Annika Hallbauer (Musikverein Fahrnau) und der Posaunist Christian Schappacher (MV Brombach). Weitere sieben junge Bläserinnen und Bläser aus dem AMV absolvieren den Gold-Kurs in diesen Tagen.  Geprüft werden neben dem praktischen Instrumentalspiel musiktheoretische Kenntnisse sowie Rhythmus und Gehörbildung. „Die Abzeichen qualifizieren zu besseren und erfolgreicheren Musikern“, sagte Verbandsjugendleiter Thomas Schmid. Zusammen mit Verbandsdirigent Gordon Hein und Elisa Stiegeler aus dem AMV-Präsidium sowie einem Prüferteam organisiert er Bronze-Prüfungen, Silberkurs sowie die zentrale Verleihung.
AMV-Präsident Peter Hässler und sein Stellvertreter Holger Gertz überreichten in Zell den erfolgreichen Absolventen Urkunden und Anstecknadeln. Zwischen den Blöcken mit Gratulationen zeigte Südbaden Winds unter Gordon Heins Leitung, „was in Zukunft möglich ist“, wie Schmid formulierte und damit Neueinsteiger ermunterte, bei Gelegenheit in eine Schnupperprobe zu kommen.  Das gut 40-köpfige Orchester mit sattem Klang spielte „Movements“ des jungen Österreichers Thomas Asanger, mit dem es im Mai beim Bundesmusikfest in Osnabrück in der Oberstufe angetreten war, einen knackigen Popsong aus den Niederlanden mit den Solisten Tobias Müller (Altsaxophon) und Fabian Sutter (Trompete), eine Ouvertüre aus Südamerika, in der vor allem die drei Schlagzeuger alle Hände voll zu hatten, sowie die Tondichtung „The Ghost Ship“ des Spaniers José Alberto Pina mit geisterhaften Klangeffekten aus dem Computer. Bei der Kollekte am Ausgang sammelte das Jugendblasorchester Geld für seine Reise zum Internationalen Jugendkapellentreffen in Ettlingen im Mai 2020.