Presseinformation zur Lage und Perspektive der Musikvereine des Alemannischen Musikverbandes e.V. im Landkreis Lörrach

virus gaa53f63ca 1280Mitten im 2. Corona Winter ist die Situation bei vielen unserer Musikvereine sehr angespannt. Dies zum einen in musikalischer Hinsicht da die traditionellen Herbst-und Winterkonzerte fast überall abgesagt werden mussten zum anderen, weil aufgrund der fehlenden Einnahmen der sonst üblichen Sommerfest Veranstaltungen in vielen Vereinen die Finanzmittel drastisch geschrumpft sind.

Der Frühling 2021 lies für den Sommer und die Durchführung von Sommerfesten hoffen. Leider war diese Hoffnung trügerisch denn viele Veranstaltungen konnten aufgrund der Hygienevorschriften dann doch nicht durchgeführt werden. Die Vereine die sich an die Durchführung wagten und alle Vorschriften erfüllen wollten, stellten fest, dass der Aufwand in keinem Verhältnis zum Ertrag stehen wird. Deshalb wurde auf kleine Gartenfeste oder Veranstaltungen im to go Modus umgestellt. Vereine bereiteten am Wochenendtermin des in normalen Zeiten stattfindenden Festes ihre Spezialität zu und verkauften diese nur zum Mitnehmen.

Der Herbst und die rasch steigenden Zahlen machten Allen klar, dass nur in wenigen Fällen mit großem Aufwand ein Konzert stattfinden kann. Alle Planungen für November, Dezember und Januar 2022 wurden dann wieder abgesagt und auf einen Hoffnungstermin im Frühjahr 2022 verschoben. Ganz wenige Vereine konnten noch ein Kirchenkonzert oder in einer großen Halle ein Konzert mit wenigen Zuhörern durchführen. Für alle Aktive Musikerinnen und Musiker, Dirigenten, Organisatoren und auch die Zuhörer war dies sehr ernüchternd.

Die Folgen der nun schon fast zwei Jahre andauernden Pandemie für die Musikvereine, die Jugendarbeit können noch gar nicht richtig erfasst werden, da ein Ende der Restriktionen und Hygienemaßnahmen aufgrund der neuen Welle nicht vorhersehbar ist. Fest steht allerdings, dass gerade im Jugendbereich erhebliche personelle Abgänge vor allem in den Altersstufen von 10 bis 18 Jahren zu verzeichnen sind. Bei einigen Vereinen über 50% der Jugendlichen. Einzelproben oder virtuelle Proben sind kein Ersatz für das Zusammenspiel im Orchester und das gemeinsame Erleben von Auftritten, Konzerten, Hocks oder sonstigen Zusammenkünften, die in vielen Fällen ersatzlos gestrichen werden mussten. Aber auch im Aktivbereich sind Abgänge zu verzeichnen. Aufgrund der großen Pausen ohne Proben sind doch einige Musikerinnen und Musiker abgesprungen. Teilweise auch aus Angst vor Ansteckungen oder fehlender Motivation was die Zukunft bringt.

Viele Musikvereine haben, nachdem die Winterkonzerte abgesagt werden mussten, die Probenarbeit vorübergehend komplett eingestellt oder Proben nur alle 14 Tage getrennt nach Holz- und Blechbläser. Die bedingt durch fehlende Raumgrössen, aber auch um überhaut proben zu können und den Kontakt untereinander nicht zu verlieren.  Aufgeben ist für viele trotzdem kein Thema.
Allerdings ist die Frustration bei vielen Vorständen und Verantwortlichen immer mehr gestiegen. Die auch aufgrund der sich ständig ändernden Hygienebedingungen 2G, 2Gplus, 3G, Geboostete, mit offiziellem Schnelltest oder PCR Test usw.  Viele die Verantwortung tragen wollen das Risiko etwas falsch zu machen und dann in Regress genommen zu werden nicht mehr tragen.
Wie soll man die Aktiven Musikerinnen und Musiker motivieren in Proben zu kommen, wenn die Richtlinien nicht klar verständlich sind und für jede Probe ein Schnelltest bei einer Teststationen vonnöten ist?


Trotzdem und trotz aller diesen großen Hindernissen und vagen Aussichten wollen viele Vereine nach der Fasnachtszeit (die ja ebenfalls ziemlich sicher nicht gefeiert werden kann) mit den Proben wieder beginnen. Geplant wird vorsichtig etwas im Freien zu organisieren, seien es Proben und kleinere Veranstaltungen, die sich mit vernünftigem Einsatz organisieren lassen.
Vereinzelt gibt es Planungen größere Konzerte aufzuführen und Planungen laufen dafür auch schon an, dies ist aber nur eine kleine Minderheit.

Alle hoffen auf die warme Jahreszeit und einen starken Rückgang der Infektionszahlen, um wieder starten zu können.  Erst dann wird man sehen, wie groß der Verlust an aktiven Musikerinnen und Musikern sein wird die sich in diesem Winter von den Vereinen abgewendet haben. Hier wird viel Überzeugungsarbeit und viele Gespräche notwendig sein, um den Bestand des Vereines zu sichern.

Im vergangenen Jahr gab es finanzielle Hilfe durch das Land Baden-Württemberg. Dieser zweimal ausgezahlte Corona Zuschuss war für viele eine kleine Hilfe das Jahr überstehen zu können.

Leider hat der vergangene Winter auch gezeigt, dass trotz der langwierigen Verhandlungen der Dachverbände Musik, Gesang und Chor mit dem Sozialministerium und der dort gemeinsam erarbeiteten Hygienekonzepte und Vorschläge diese von vielen Ordnungsämtern nicht anerkannt wurden und nur auf die Gesetzeslage gepocht wurde. Diese Vorschriften machten viele Pläne
dann nach anfänglichem Hoffen wieder zunichte.  Diese Uneinheitlichkeit im Bund und Land hat sich in den Gemeinden weiter fortgesetzt. Eine Gemeinde gibt die Halle frei, andere denken nicht daran Hallen und Räume für Vereine und deren Veranstaltungen zu öffnen.

Der AMV ist in ständigem Kontakt mit dem Dachverband BDB in Staufen, um über alle neuen Möglichkeiten informiert zu sein. Es gibt einen wöchentlichen Infobrief aus Staufen der dann an alle Mitgliedsvereine weitergeleitet wird.

Leider sind auch von Seiten des Verbandes momentan keine verlässlichen Planungen möglich. Ratschläge an die Vereine sind schwierig da diese morgen schon überholt sein können.
Trotzdem plant der Verband die Termine für die JMLA im Frühjahr Sommer und Herbst 2022 und auch die Veranstaltungen wie zentrale Verleihung der JMLA und ein Konzert mit dem Verbandsjugendorchester Südbaden Winds. Ein großes Konzert soll am 3 Oktober 2022 in Lörrach im Burghof stattfinden.

 

Lörrach den 24.1.2022
Der Präsident
Peter Hässler