Axel Friedrich und sein Orchester spielten sich in die Herzen der Zuhörer hinein
Beim Jahreskonzert der Trachtenkapelle Brandenberg Jagte ein Höhepunkt den anderen. Anspruchsvoll, abwechslungsreich und eine Mischung aus klassischen Konzertstücken und Unterhaltungsmusik-so kann man das Programm am Jahreskonzert der Trachtenkapelle Brandenberg beschreiben. Dirigent Axel Friedrich, der im vergangenen Jahr den Taktstock von Kurt Wagner nach 33 Jahren übernommen hatte, hatte die Orchestermitglieder in aufwendiger Probenarbeit in den vergangenen fünf Monaten auf diesen Konzertabend vorbereitet- welcher ein Höhepunkt des Vereinsjahrs ist. Die Orchestermitglieder nahmen ihr Publikum in der gut gefüllten Kleinen Halle in Todtnau mit auf eine Reise durch Klang und Emotionen, wie Moderator Nico Asal versprach. Und das Versprechen wurde eingehalten-denn es war wirklich hoch emotional.
Abenteuerlich und wild
Im ersten Konzertteil begann die Reise quer über den Globus mit einem festlichen Auftakt mit der energiegeladenen Fanfare „ A little opening“ von Thiemo Kraas. Nachdem die Spannung damit aufgebaut war, erklangen bei „Silva Nigra“ , einem Stück des Zeller Komponisten Markus Götz, das den Schwarzwald beschreibt, zunächst ruhige Klänge, bevor es aber auch wild, mystisch, schnell und abenteuerlich wurde- ebenso wie unsere Heimat. Beim Publikum kam dieses Stück besonders gut an wie im Anschluss zu hören war.
Bis ans Ende der Welt
In eine Welt voller Mythen und Legenden ging es dann mit „ Cassiopeia“, einem Stück geprägt von wunderschönen, einprägsamen Melodien. Dann entführte die Trachtenkapelle die Zuhörer in eine Reise in „80 Tagen um die Welt“ von Otto M. Schwarz. Es war eine Reise durch die Vielfalt der Welt, wie sie nur Musik ermöglichen kann. Es war für die Mitglieder der Kapelle eines der anspruchsvollsten Stücke, auch wegen der vielen Tempowechsel. Und sogar bis ans Ende der Welt ging es mit den Musikern an diesem Abend: bei „ At the world`s end“, einem Medley aus dem dritten Teil der Filmreihe „Fluch der Karibik“ von Hans Zimmer. Als „dramatisch, bildgewaltig, eindrucksvoll“ beschrie Asal die epischen Klänge dieses Stücks. Nach einer Pause und „Sympatria“, war das Publikum bei „Westerhagen“ nicht mehr zu halten, schwang und klatschte vergnügt mit. Mit „Bergwerk“ folgte ein Lied, das unter die Haut geht. In der Ballade beschreibt der österreichische Liedermacher Reinhard Fendrich, was eine tiefe Verbindung zwischen Menschen ausmacht. Die Emotionen hochkochen lassen haben dabei Kurt Wagner, Roland Walleser und Nathalie Thoma mit ihrem Gesang.
Ein Solo für Gänsehaut
Ein Höhepunkt nach dem anderen war geboten an diesem Abend und sogleich brillierte Marius Wagner bei seinem Tenorhorn-Solo zum traditionellen irischen Stück „Carrickfergus“. Das Publikum konnte hören, wie es sich selbst in jeden seiner Töne „reinlegt“ und forderte bei dieser emotionalen Darbietung gleich eine Zugabe. Man kann sicher sein: Dabei blieb nicht jedes Auge trocken.
Ein Höhepunkt als Zugabe
Mit der Polka „Ferdinand“ beendete die Kapelle ihren Konzertabend. Vorerst: Denn mit der Polka „Es muss nicht immer sein“ bot sie einen musikalischen Abschiedsgruß, bei dem die 15-jährige Smilla Stolzenburg gemeinsam mit ihrem Onkel Roland Walleser mit ihrem Gesang begeisterte. Wie Smilla waren auch Gioa Maniscalco, Jonas Beideck und Carlos Steinebrunner als Jungmusiker zum ersten Mal mit dabei. Genau wie sie, atmete auch Axel Friedrich auf, als das Konzert erfolgreich beendet war. Nicht nur die Fans der Trachtenkapelle Präg, die Friedrich ebenfalls dirigiert, zeigten sich im Publikum begeistert. Auch Bürgermeister Oliver Fiedel sprach von einem „kurzweiligen Abend mit anspruchsvollen und unterhaltsamen Stücken“. Sichtlich stolz zeigte sich Vorsitzende Petra Walleser über ihre „Truppe“. Das hier Geselligkeit besonders großgeschrieben wird, wurde auch nach dem Konzert deutsch. Noch bis in die frühen Morgenstunden wurde gemeinsam gefeiert und musiziert. Die Trachtenkapelle Brandenberg feiert im Jahr 2026 ihr 100-jähriges Bestehen. Dazu soll es ein großes Fest im eigenen Dorf geben.
Text Karl-Heinz Rümmele/ Verena Wehrle und Fotos Sebastian Binder


